DiagnosticNews  .  Februar 2010 [aktuelle Ausgabe]

Frankreich beendet Spekulation mit Solarstrom


Zahlreiche Bauanträge abgewiesen

Im November und Dezember letzten Jahres erging bei den zuständigen Ministerien eine regelrechte Flut von Anträgen für den Bau von Solaranlagen. Im Schnitt waren es mehr als 3.000 pro Tag, statt den sonst üblichen 5.000 pro Monat. Der Grund: mit 58 Cent pro Kilowattstunde bot Frankreich damals noch einen der höchsten Abnahmepreise weltweit. Viele Investoren spekulierten auf eine Senkung des Abnahmetarifs in 2010. Sie wollten mit den noch in 2009 eingereichten Anträgen einer Tarifänderung vorgreifen, da der alte Tarif – bei Antragszustimmung – für die nächsten zwanzig Jahre gegolten hätte.

Experten schätzen, dass, wäre allen Anträgen zugestimmt worden, eine Mehrbelastung von ca. 2,6 Mrd. D pro Jahr (56 Mrd. in den nächsten zwanzig Jahren) auf die Verbraucher zugekommen wäre. Dies hätte einer Erhöhung des Strompreises von 10 bis 11% entsprochen. Die Finanzierung von Solarstrom erfolgt nämlich über eine gesonderte Abgabe, die von allen Stromabnehmern zu zahlen ist.

Buchstäblich in letzter Sekunde hat die Regierung angesichts der fi nanziellen Konsequenzen alle Anträge kurzerhand abgelehnt. Der überwiegende Teil der eingereichten Anträge betraf sogar Solaranlagen auf Gebäuden, die selbst noch nicht errichtet sind, bzw. noch keine Baugenehmigung erhalten hatten.

Anträge für den Bau von Solaranlagen können in 2010 wieder gestellt werden. Allerdings gelten dann auch die neuen, je nach Anlagetyp gestaffelten Tarife von 31,4 Cent bis hin zum alten Tarif von 58 Cent. Letzterer gilt jedoch nur noch für Anlagen auf Privatgebäuden, Schulen sowie Krankenhäusern und auch nur unter gewissen Bedingungen.

Diagnostic News

In Diagnostic News suchen: