DiagnosticNews . Februar 2006 . Konjunktur
Französische Staatsverschuldung nach IFRS
Ein interessanter Ansatz
Michel Pébereau, ehemaliger Präsident von BNP Paribas, hat Frankreichs Staatsverschuldung unter die Lupe genommen. Dabei hat die von ihm geleitete Kommission versucht, die Verschuldung so zu bewerten, wie dies für ein privatwirtschaftliches Unternehmen üblich wäre, d.h. sämtliche eingegangenen Verpflichtungen, also auch die zukünftigen Pensions- und Rentenzahlungen an Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes, zu passivieren. Für die Bewertung wurden die IFRS-Standards als Normen zugrunde gelegt.
Auf diese Weise würde sich die französische Staatsverschuldung von 1.000 Mrd. D auf 2.000 Mrd. D verdoppeln und damit 140% des Bruttoinlandsproduktes ausmachen - gegenüber den erlaubten 60%.
Als Begründung für diese Vorgehensweise wird u.a. angeführt, dass die zukünftigen Pensionen und Renten aus den öffentlichen Haushalten zu leisten und damit auch heute schon als Belastung zu berücksichtigen wären. Lediglich Kanada soll, wie aus dem Bericht hervorgeht, eine entsprechende Verbuchung vornehmen.

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