DiagnosticNews . Dezember 2003 . Konjunktur
Immer weniger Zustimmung für die 35-Stunden-Woche
Der Streit um die 35-Stunden-Woche beschränkte sich lange Zeit auf die Frage, wie viele neue Arbeitsplätze durch diese Maßnahme tatsächlich geschaffen worden sind. In Zeiten knapperer Kassen verschiebt sich nun allmählich die Debatte auf die Frage, wie teuer die 35-Stunden-Woche die französische Volkswirtschaft zu stehen kommt. Nach vorsichtigen Schätzungen aus dem Arbeitsministerium sollen die staatlichen Hilfen für die Einführung der Arbeitszeitverkürzung im kommenden Haushaltsjahr (2004) mehr als 7,5 Milliarden € betragen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Vergünstigungen beim Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben. Unberücksichtigt bleiben dabei jedoch die direkten Kosten für die Einführung der 35-Stunden-Woche bei den Staatsbediensteten.
Eine umfassendere Untersuchung, die die vermeintlichen Produktivitätszuwächse durch die Einführung der 35-Stunden-Woche in den Unternehmen gegen deren Kosten aufrechnet, steht allerdings noch aus. Immer mehr Analysten unterziehen die Arbeitszeitverkürzung einer kritischen Betrachtung. Für die Regierung steht unterdessen schon jetzt fest: Gäbe es keine 35-Stunden-Woche, bliebe das französische Haushaltsdefizit auch im kommenden Jahr unter der 3%-Marke. In der Bevölkerung ist ebenfalls ein Stimmungswandel spürbar. In einer jüngsten Umfrage befürworteten 54% der Befragten eine (temporäre) Abschaffung der 35-Stunden-Woche.

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